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Was ist Tantra?

Tantra ist eine uralte philosophische Lehre des Energiekörpers aus Indien. Im Tantra helfen körperliche und energetische Übungen bei der Erweiterung des Bewusstseins. Die tantrische Tradition stammt zwar aus dem Hinduismus, jedoch gab es in der vorvedischen Zeit, also bevor der Hinduismus enstand, eine matriarchale Kultur. Diese Göttinnenkultur ist der Ursprung aller spirituellen und schamanischen Traditionen weltweit.

Die Göttin Mutter Erde erschafft und nährt das Leben und den Überfluss in der Natur. Deswegen orientierten sich die ursprünglichen schamanischen Traditionen am Weg der Göttin. Sie beobachteten den Überfluss in der Natur und holten sich Rat von der Göttin, wie sie es schaffen könnten die natürlichen Prinzipien der Natur in die menschliche Welt zu übertragen, um dort den gleichen Überfluss zu erschaffen.

Damit der Boden fruchtbarer wird und die Ernte besser, richteten sie ihre Gebete an die Göttin, nutzten Energiearbeit und schamanische Rituale. Viele Wunder geschahen dadurch. Nach langen Trockenperioden fiel wieder der Regen, gesegnetes Wasser, um wieder neues Leben entstehen zu lassen. Vater Himmel und Mutter Erde, Gott und Göttin, finden in Sinnlichkeit zusammen, bilden eine Einheit und neues Leben beginnt zu wachsen. Diese Erkenntnis nutzen Schamanen, um bei anderen und bei sich selbst einen lebendigen, fruchtbaren Körper und einen klaren, gesunden Geist zu erlangen.

Schamanen schauen, wo zu viel und zu wenig Energie ist, wo das Leben schwach und stark ist, wo etwas blockiert oder ausgetrocknet ist und nutzen ihr Wissen, indem sie dort Göttin und Gott sich vereinen lassen, damit etwas Neues erblühen kann.

In der Natur können wir beobachten, wie das Leben natürlich abläuft. In Mutter Natur dienen alle Vorgänge einem freudvollen und lustvollen Wachsen und Gedeihen. In der unberührten Natur, zum Beispiel in den Tiefen eines Dschungels, gibt es eine natürliche Ordnung, auch wenn sie uns wild und durcheinander vorkommt. Diese natürliche Ordnung ist eine Fruchtbarkeit und Aktivität, die ständig Leben produziert. Dort zeigt jedes Lebewesen, Tiere und Pflanzen, seine natürliche Schönheit und seine Einzigartigkeit.

Die Mutter allen Lebens bzw. die Natur ist symbolisch gesehen ein weiblicher Körper. Sie ist fruchtbar und das Leben entsteht und wächst in ihr. Das ursprüngliche Tantra haben Schamaninnen entwickelt. Die geheimen tantrischen Lehren enstanden durch die Beobachtung der Natur, wie sie Überfluss und Fruchtbarkeit erschafft. Diese Erkenntnisse nutzten sie dafür, dass alle in Überfluss leben konnten.

Doch irgendwann fingen wir damit an, uns gegen die natürliche Ordnung der Natur zu verhalten und unsere eigene Ordnung zu erschaffen.

Die Frau und Weiblichkeit allgemein spielten in der ursprünglich tantrischen Gesellschaft eine ganz andere Rolle, als in der patriarchalen Kultur,  die in den letzten Jahrhunderten entstand. In unserer klerikal geprägten Gesellschaft wurde und wird die Frau und ihre Fähigkeiten als Schamanin, Kräuterfrau und Heilerin zum Teil heute noch unterdrückt, der weibliche Körper und ihre Lust verteufelt. Lust- und Körperfeindlichkeit wird bis heute noch gelehrt und ausgelebt. So eine Lebensweise ist gegen das Gesetz der Natur und wirkt sich auf Beziehungen und die Gesundheit aus.

Nach außen hin wird es zwar in den seltensten Fällen zugegeben, aber die meisten Paare trennen sich auf Grund von sexuellen Problemen. Oft geht einer von beiden fremd oder das Verlangen nach dem Ausleben der Lust ist einfach unterschiedlich vorhanden. Das führt zu Streit, man fühlt sich gereizt, wird aggressiv oder zickig und das ist oft das Ende der Beziehung. Folgen einer solchen Lebensweise sind nicht selten Isolation und Krankheit.

In Rückführungen haben wir beobachten können, dass viele Krankheiten, die Menschen im Alter bekommen, ihre Ursachen in Beziehungsproblemen haben, sei es in der Ehe oder in der eigenen Kindheit. Von diesen haben 90 Prozent damit zu tun, dass Sexualität unnatürlich ausgelebt, in irgendeiner Weise unterdückt oder als Sünde betrachtet wurde.

Sexuelle Energie hält uns lebendig und fit. Wenn es an ihr mangelt, ist die Folge immer Krankheit und Mangel in Geist und Körper. Wenn sie gut in Fluss ist und sie mit anderen ausgetauscht wird,  entwickelt sich ein gemeinsames, starkes Energiefeld. Die Erregung und die damit verbundene Aufladung mit sexueller Energie wird umso stärker, je lustvoller und sinnlicher der Sex ausgelebt wird. Man entfacht damit ein Feuer, das eine große Heilkraft mit sich bringt.

Um die Erregung zu erhöhen und die Aufladung mit Lustenergie zu verstärken, nutzt man im Tantra unterschiedliche praktische Übungen. Ein Schamane, der darauf spezialisiert ist, spürt sofort, was er wann zu tun hat und welche Zonen besondere Aufmerksamkeit brauchen.

Durch eine gesund ausgelebte Sinnlichkeit erreichen wir in unserem Alltag Einheit mit uns selbst und unseren Partnern. Die erotischen Höhepunkte geschehen dabei durch und mit Hingabe, Gelassenheit, Zufriedenheit, Loslassen und Entspannung und nicht durch zwanghaftes Bemühen, Stressabbau oder durch ein Abreagieren. Die aus einer gesunden Sexualität gewonnene Kraft, kann uns im Alltag in jeder Hinsicht sehr dienlich sein.

 


 
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